Avodah Zarah 51

Kapitel 51

א לבי תורתא פגעו ביה גנבי אמרו ליה לאן קאזלת אמר להן לפומבדיתא כי מטא לבי תורתא פריש אמרו ליה תלמידא דיהודה רמאה את אמר להו ידעיתו ליה יהא רעוא דליהוו הנהו אינשי בשמתיה
1 Be Turta; da gesellten sich Diebe zu ihm und fragten ihn, wohin er gehe. Er erwiderte ihnen: Nach Pumbeditha. Als sie in Be Turta angelangt waren, trennte er sich von ihnen. Da sprachen sie zu ihm: Du bist ein Schüler des Schwindlers Jehuda. Er erwiderte ihnen: Ihr kennt ihn also; mag es nun der Wille [Gottes] sein, daß ihr in seinem Banne seid.
ב אזלו עבדו גניבתא עשרין ותרתין שנין ולא אצלחו כיון דחזו אתו כולהו תבעו שמתייהו והוה בהו חד גירדנא דלא אתא לשרויה שמתיה אכלי' אריא היינו דאמרי אינשי גירדנא דלא טייזן שתא בציר משני
2 Hierauf hatten sie zweiundzwanzig Jahre kein Glück bei ihrem Stehlen. Als sie dies einsahen, kamen sie alle und baten um Auflösung des Bannes. Unter ihnen war aber ein Weber, der nicht um Auflösung des Bannes bitten kam, und ein Löwe fraß ihn. Das ist es, was die Leute sagen: Ein Weber, der sich ein Jahr nicht demütigt, verkürzt seine Jahre.
ג תא חזי מה בין גנבי בבל ולסטין דארץ ישראל:
3 Komm und sieh den Unterschied zwischen den Dieben in Babylonien und den Wegelagerern im Jisraéllande.
ד <big><strong>מתני׳</strong></big> בת ישראל לא תיילד את העובדת כוכבים מפני שמילדת בן לעבודת כוכבים אבל עובדת כוכבים מילדת בת ישראל בת ישראל לא תניק בנה של עובדת כוכבים אבל עובדת כוכבי' מניקה בנה של ישראל ברשותה:
4 <b>E</b><small>INE</small> J<small>ISRAÉLITIN DARF EINER</small> N<small>ICHTJÜDIN KEINE</small> G<small>EBURTSHILFE LEISTEN, WEIL SIE EIN</small> K<small>IND FÜR DEN</small> G<small>ÖTZENDIENST GEBÄREN HILFT; WOHL ABER DARF MAN EINE</small> N<small>ICHTJÜDIN EINER</small> J<small>ISRAÉLITIN</small> G<small>EBURTSHILFE LEISTEN LASSEN</small>. E<small>INE</small> J<small>ISRAÉLITIN DARF NICHT DAS</small> K<small>IND EINER</small> N<small>ICHTJÜDIN SÄUGEN; WOHL ABER DARF EINE</small> J<small>ISRAÉLITIN IN IHREM</small> B<small>EREICHE IHR</small> K<small>IND VON EINER</small> N<small>ICHTJÜDIN SÄUGEN LASSEN</small>.
ה <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר בת ישראל לא תיילד את העובדת כוכבים מפני שמילדת בן לעבודת כוכבים ועובדת כוכבים לא תיילד את בת ישראל מפני שחשודין על שפיכות דמים דברי רבי מאיר
5 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Eine Jisraélitin darf einer Nichtjüdin keine Geburtshilfe leisten, weil sie damit ein Kind für den Götzendienst gebären hilft; auch darf man keine Nichtjüdin einer Jisraélitin Geburtshilfe leisten lassen, weil sie des Blutvergießens verdächtig sind — so R. Meír.
ו וחכמים אומרים עובדת כוכבים מילדת את בת ישראל בזמן שאחרות עומדות על גבה אבל לא בינה לבינה ור"מ אומר אפי' אחרות עומדות על גבה נמי לא דזימנין דמנחא ליה ידא אפותא וקטלא ליה ולא מתחזי
6 Die Weisen sagen, man dürfe eine Nichtjüdin einer Jisraélitin Geburtshilfe leisten lassen, wenn andere zugegen sind, nicht aber wenn sie allein unter einander sind. R. Meír sagt, es sei verboten, selbst wenn andere zugegen sind, weil sie die Hand auf die Schläfe [des Kindes] drücken und es töten kann, ohne daß jemand es merkt.
ז כי ההיא איתתא דאמרה לחברתה מולדא יהודייתא בת מולדא יהודייתא אמרה לה נפישין בישתא דההיא איתתא דקא משפילנא מינייהו דמא כי אופיא דנהרא
7 So nannte einst eine Frau ihre Gefährtin Juden-Hebamme, Tochter einer Juden-Hebamme. Da erwiderte diese: Zahlreich mögen deine Leiden sein; ich ließ ihr Blut fließen, wie der Schaum des Meeres. —
ח ורבנן א"ל לא היא במילתא בעלמא הוא דאוקימתה:
8 Und die Rabbanan!? — Sie können dir erwidern: dies ist nichts, sie hatte sie nur mit leerem Gerede zurückgewiesen.
ט בת ישראל לא תניק: ת"ר בת ישראל לא תניק בנה של עובדת כוכבים מפני שמגדלת בן לעבודת כוכבים ועובדת כוכבים לא תניק את בנה של בת ישראל מפני שחשודה על שפיכות דמים דברי ר"מ וחכ"א עובדת כוכבים מניקה את בנה של בת ישראל בזמן שאחרות עומדות על גבה אבל לא בינו לבינה ורבי מאיר אומר אפילו אחרות עומדות על גבה נמי לא דזימנין דשייפא ליה סמא לדד מאבראי וקטלא ליה
9 E<small>INE</small> J<small>ISRAÉLITIN DARF NICHT SÄUGEN.</small> Die Rabbanan lehrten: Eine Jisraélitin darf nicht das Kind einer Nichtjüdin säugen, weil sie damit ein Kind für den Götzendienst großzieht; auch darf eine Jisraélitin nicht ihr Kind von einer Nichtjüdin säugen lassen, weil sie des Blutvergießens verdächtig ist — so R. Meír. Die Weisen sagen, eine Jisraélitin dürfe ihr Kind von einer Nichtjüdin säugen lassen, wenn andere zugegen sind, nicht aber, wenn sie allein unter einander sind. R. Meír aber sagt, auch wenn andere zugegen sind, sei es verboten, weil sie die Brustwarze von außen mit Gift bestreichen und [das Kind] töten kann.
י וצריכא דאי אשמעינן מילדת בההיא קאמרי רבנן דשרי דלא אפשר משום דאחרות רואות אותה אבל מניקה דאפשר דשייפא ליה סם לדד מאבראי וקטלא ליה אימא מודי ליה לרבי מאיר
10 Und beides ist nötig. Würde er es nur von der Hebamme gelehrt haben, [so könnte man glauben,] die Rabbanan erlauben es nur hierbei, weil sie, wenn andere sie beobachten, nichts machen kann, bei einer Säugenden aber, die die Brustwarze von außen mit Gift bestreichen und [das Kind] töten kann, pflichten sie R. Meír bei.
יא ואי אשמעינן מניקה בההיא קאמר רבי מאיר דאסור משום דשייפא ליה סם לדד מאבראי וקטלא ליה אבל מילדת דלא אפשר היכא דאחרות עומדות על גבה אימא מודי להו לרבנן צריכא
11 Und würde er es nur von der Säugenden gelehrt haben, [so könnte man glauben,] R. Meír verbiete es nur hierbei, weil sie die Brustwarze von außen mit Gift bestreichen und [das Kind] töten kann, bei der Hebamme aber, die, wenn andere sie beobachten, nichts machen kann, pflichte er den Weisen bei. Daher ist beides nötig. —
יב ורמינהו יהודית מילדת עובדת כוכבים בשכר אבל לא בחנם אמר רב יוסף בשכר שרי משום איבה
12 Ich will auf einen Widerspruch hinweisen: Eine Jüdin darf einer Aramäerin Geburtshilfe leisten nur gegen Bezahlung, nicht aber umsonst!? R. Joseph erwiderte: Gegen Belohnung ist es wegen der Feindseligkeit erlaubt.
יג סבר רב יוסף למימר אולודי עובדת כוכבים בשבתא בשכר שרי משום איבה א"ל אביי יכלה למימר לה דידן דמינטרי שבתא מחללינן עלייהו דידכו דלא מינטרי שבתא לא מחללינן
13 R. Joseph wollte sagen, man dürfe gegen Belohnung einer Nichtjüdin Geburtshilfe leisten auch am Šabbath, wegen der Feindseligkeit, da sprach Abajje zu ihm: Sie kann zu ihr sagen: Für unsre [Frauen], die den Šabbath beobachten, dürfen wir den Šabbath entweihen, für eure aber, die den Šabbath nicht beobachten, dürfen wir den Šabbath nicht entweihen.
יד סבר רב יוסף למימר אנוקי בשכר שרי משום איבה אמר ליה אביי יכלה למימר אי פנויה היא בעינא לאינסובי אי אשת איש היא לא קא מזדהמנא באפי גברא
14 R. Joseph wollte ferner sagen, man dürfe wegen der Feindseligkeit [ihre Kinder] gegen Belohnung säugen, da sprach Abajje zu ihm: Ist sie ledig, so kann sie sagen, sie wolle noch heiraten, und ist sie verheiratet, so kann sie sagen, sie wolle sich vor ihrem Manne nicht entblößen.
טו סבר רב יוסף למימר הא דתניא העובדי כוכבים ורועי בהמה דקה לא מעלין ולא מורידין אסוקי בשכר שרי משום איבה
15 R. Joseph wollte ferner bezüglich der Lehre, daß man Nichtjuden und Kleinvieh-Hirten weder hinabstoße noch heraufziehe, sagen, man dürfe sie wegen der Feindseligkeit gegen Belohnung heraufziehen,
טז אמר ליה אביי יכול לומר לו קאי ברי אאיגרא אי נמי נקיטא לי זימנא לבי דואר
16 da sprach Abajje zu ihm: Er kann zu ihm sagen, sein Sohn befinde sich auf einem Dache, oder ihm sei ein Termin vom Amte anberaumt worden.
יז תני רבי אבהו קמיה דר' יוחנן העובדי כוכבים ורועי בהמה דקה לא מעלין
17 R. Abahu lehrte vor R. Joḥanan: Nichtjuden und Kleinvieh-Hirten ziehe man nicht herauf,